Die Presse

Sophiadesigns Blog

Internes & PMs · Sophiadesigns Blog · In der Presse

Part I von ‘What would Google do?’: das no-follow Attribut in Hyperlinks

Sicher, sicher, der Titel von dieser eventuellen Reihe ist geklaut. Und zwar von diesem Titel: ‘What would Google do?’ von Jeff Jarvis. Aber das soll nicht weiter aufhalten.

Warum sollte man sich also fragen, was Google tun würde? Wenn man versucht, eine Webseite für Suchmaschinen zu optimieren, dann muss man zwangsläufig versuchen, das gegenwärtige und künftige Verhalten der Suchmaschine zu antizipieren, sprich vorauszusehen oder zumindest zu deuten.

tl;dr (?)

rel=nofollow verhindert vielleicht die Vererbung von Pagerank, auf irgendeine Weise werden Suchmaschinen aber auch auf diese Weise ausgezeichneten Hyperlinks Relevanz beimessen. That’s what Google would do.

Alter Hut rel=”nofollow”

Mit diesem Attribut versucht man seit 2005 den Comment-Spam und generell Link-Spam ein wenig einzudämmen. Und zwar nicht durch aggressiven Kampf, sondern defensiv durch die Wertlosmachung von Backlinks, die mit rel=nofollow ausgezeichnet sind. WordPress z.B. hat das Attribut irgendwann als Standard-Einstellung für die Backlinks in Kommentaren übernommen, so dass beim Kommentieren Links zwar gesetzt werden können, häufig aber wertlos sind, sofern der Administrator etwa durch ein Plugin das rel=nofollow nicht umgewandelt hat.

Die Einführung des Attributs hat einen Rattenschwanz von Problemen und Diskussionen mit sich gebracht, die ich hier nicht darstellen möchte. Stichworte sind nur dofollow-Blog-Listen, in denen Blogs gelistet wurden, die noch suchmaschinen-relevante Links vermitteln (und die daraufhin umso härter gespammt wurden); die Diskussion ob rel=nofollow den Grundgedanken des Internets (= gegenseitige Vernetzung) hemme, weil gegenseitige Verlinkung weniger lohnenswert sei; usw.

Was sollte rel=”nofollow” verhindern?

rel=nofollow wurde zu einer Zeit eingeführt, als der Pagerank noch relativ wichtig für das Ranking einer Webseite war. Dementsprechend sollte dieses Link-Attribut die Vererbung von Pagerank verhindern. Das Attribut sollte für die Suchmaschine eine Empfehlung sein, die angelinkte Seite nicht mit Pagerank zu beerben, sprich ihre Relevanz im Gesamtkontext nicht zu erhöhen.

In Worten ausgedrückt:

A (zu B): “Ist C vertrauenswürdig?”
B: “Ja, du kannst auf meine Empfehlung vertrauen!”
Folge: A stuft Vertrauenswürdigkeit von C herauf.

Im Gegenbeispiel würde B für C keine Empfehlung aussprechen, A würde C nicht als vertrauenswürdiger einschätzen. Genau das macht rel=nofollow im Kontext von Webseiten. Mehr dazu im Wikipedia-Eintrag zum Pagerank.

Doch warum sollte Google rel=”nofollow” missachten?

Insbesondere seit Wikipedia alle externen Links auf rel=”nofollow”, muss man sich fragen, wie ernst zu nehmen rel=”nofollow” ist. Zwar konnte man dem Link-Spam in Wikipedia mit nofollow-Links relativ effizient entgegen treten – immerhin dürfte kein Pagerank mehr vererbt werden – allerdings zeichnet eine in Wikipedia verlinkte Webseite immer noch aus, dass sie eben in Wikipedia verlinkt ist.

Wikipedia ist immer noch ein extrem streng geprüftes Gebilde, in das nicht jeder irrelevante Link hinein kommt, teilweise nicht mal dann, wenn er etwas sinnvolles beiträgt (teilweise abhängig von der Lust und Laune der Admins der jeweiligen Artikel). Aber gerade diese Kontrolle macht Wikipedia-Links für Google so wertvoll.

Hier kommt nämlich ein menschlicher Prüffaktor mit in die ansonsten sehr mathematische Bewertung der Webseiten. Diesen einzubeziehen wird sich Google nicht nehmen lassen. Erst recht nicht durch ein nofollow-Attribut, mit dem sie zwar einigermaßen effektiv Spam unterbinden konnten, nach wie vor aber relevante Links aus der Wikipedia rausgehen – unbeeindruckt von dem Attribut.

Im Ergebnis: nofollow verhindert Link-Spam, aber nicht sinnvolle Linksetzung

Was ich damit sagen will:

  1. die gegenseitige Verlinkung ist für die Bewertung der Relevanz von Webseiten immer noch extrem wichtig.
  2. Google kann es sich nicht leisten, dass durch das verbreitete nofollow korrekt und sinnvoll gesetzte Links irrelevant werden,
  3. und es dadurch zu einer Verfälschung des Index kommt.
  4. Das Argument wird durch Wikipedia gestützt: wenn eine Webseite dort referenziert ist, ist sie wichtig oder vertrauenswürdig (menschlicher Prüffaktor!).
  5. rel=”nofollow” verhindert die Vererbung von Pagerank. Das heißt nicht, dass Google die Links nicht trotzdem zur Beurteilung der Relevanz heranzieht.
  6. Google sollte genau das tun.


Von in Blog am 11. Januar 2012 mit den Schlagwörtern: , , , , mit 0 Kommentaren »


Name (erforderlich)
e-Mail (erforderlich)
URL (no no-follow)
Kommentar (erforderlich)
XHTML: Diese HTML-Tags dürfen Sie verwenden: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>