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iPhone jailbreaken jetzt legal – doch wie relevant ist die Entscheidung?

Das US Copyright Office entschied jetzt über eine Klage der EFF, einer Bürgerrechtsorganisation mit dem Fokus auf allen möglichen kommunikations-technischen Fragestellungen. Die Organisation hatte die Anti-Jailbreak-Politik von Apple in Frage gestellt. Jailbreak bedeutet, wie der Name schon sagt, “aus dem Gefängnis ausbrechen”. Im Fall Apple-Hardware bedeutet das also das Entfernen von Sicherheitsvorkehrungen gegen die Installation von Apps, die nicht im App-Store zugelassen sind. Apple geriet mit dieser strikten Politik in der Vergangenheit schon häufiger in die Kritik.

Eigentum? Immer noch irrelevant

Überraschenderweise ist die Entscheidung für mich aber gar nicht so spannend, wie ich eigentlich dachte. Im Wesentlichen wird festgestellt, dass Nutzer mit dem von ihnen erworbenen Eigentum machen können, was sie wollen. Kein großer Wurf, wenn man bedenkt, dass sie das auch vorher schon durften. Eigentum gibts ja nicht erst seit Apple.

Das wirkliche Gefängnis für das Gros der Eigentümer von iPhones bleibt also. Nach Apples Firmenpolitik können die Eigentümer von iPhones immer noch die Garantie verlieren, wenn sie ihr Handy jailbreaken. Und damit wäre der Jailbreak immer noch reichlich unattraktiv.

Was sollte in Zukunft passieren?

Um den Jailbreak so zu legalisieren, wie von vielen gewünscht, müßte gesetzlich – von wem auch immer – festgesetzt werden, dass das Verfahren mit Eigentum, also die Ausübung eines eigenen Rechts, nicht per se den Garantieverlust herbeiführen kann.

Unstrittig: wenn jemand sein iPhone in den Fluß wirft, mit dem Auto drüber fährt oder es beschießt, der soll keine Garantieansprüche haben.

Wer das iPhone aber beispielsweise rein softwareseitig jailbreakt und gar nicht in die Hardware eingreift, soll Garantieansprüche auf Fehler in der Hardware verlieren?

Und damit sind wir da, wo wir eigentlich hin sollten: mit dem Eigentum soll der Eigentümer genauso verfahren können, wie er will. Es ist nachher an Apple zu klären, ob der Jailbreak vielleicht einen Hardwarefehler ausgelöst hat oder nicht. Dann einen Garantieverlust auszusprechen ist vollkommen in Ordnung.

Aber wenn Apple von vornherein sagt (und sagen darf, weil nicht gerügt):

“Wer mit seinem Handy nicht so verfährt, wie wir das wollen, der verliert jegliche Ansprüche gegen uns, auch wenn sein Handeln gar nicht ursächlich für den Fehler  war…”,

dann haben wir keine wirkliche Freiheit für den Eigentümer und erst recht keine wirkliche Legalisierung des Jailbreaks, denn abgesehen von der Feststellung, dass der Eigentümer machen darf was ihm rechtlich zusteht, hat sich an der rechtlichen Folge nichts geändert.

Jeder, der sein iPhone überlegt zu jailbreaken wird sich das also immer noch überlegen und das ganze im Zweifel sein lassen. Der iPhone-Jailbreak ist also noch genauso unpraktikabel wie eh und je. Die Verbraucher-Rechte sind keineswegs gestärkt.

Apple-Smartphone – USA: Grünes Licht für iPhone-Knacker – Digital – sueddeutsche.de.



Von in Blog am 27. Juli 2010 mit den Schlagwörtern: , , , mit 0 Kommentaren »


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