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Wie Wikipedia ihre Probleme auf einen Schlag lösen könnte, Demokratie ftw!

Hinter den Kulissen von Wikipedia geht es gerade bekanntlich richtig zur Sache. Dabei geht es darum, dass permanent irgendwelche Artikel mittels undurchsichtiger Kriterien als irrelevant eingestuft und gelöscht werden, oder, um die Löschung zu verhindern, darum diskutiert wird, ob die Löschung Sinn macht. In diesen Diskussionen setzt sich wohl meistens die Meinung durch, die den längeren Atem hat und nicht die, die vermeintlich besser für die Qualität der Wikipedia wäre.

Und so wird gebangt um die Qualität, nein, die Zukunft der Wikipedia, es wird gebangt ob des Autorenschwunds und der zunehmenden Frustration der verbleibenden Autoren bei immer weiter steigender Zahl der Benutzer.

Dabei war Wikipedia einmal die Hoffnung für eine neue Art das Internet zu verwenden: das Mitmach-Internet, komplett erstellt aus Inhalten, die von den Benutzern selbst kommen und gepflegt durch die eine unendliche Zahl von Augenpaaren die mittels unkomplizierter Verfahren in den Prozess eingreifen und Fehler korrigieren oder diskutieren konnten. Wikipedia wurde gefeiert als das Revival der Demokratie, als ein glühendes Vorbild der Diskussionskultur.

Und seht euch an, wo wir nun stehen. Glaubt man den Tiraden von Fefe so geht es mit Wikipedia nicht gerade aufwärts, ganz im Gegenteil: ein Ausweg aus der sogenannten Relevanzdiskussion scheint niemand zu sehen. Dabei genügt ein Blick auf das, was in Teilen von Teilen teilweise schon abgeschrieben war – ein Blick auf die Realität, auf unsere Demokratie.

Was Wikipedia lernen ka…könnte

Der Punkt in unserer wahren Demokratie ist nämlich, dass nicht alles unendlich lange diskutiert wird, der Klügere nicht nachgeben muss, weil er keine Lust mehr hat, gegen einen Dümmeren, der nur weil er höher steht, sagen wir mal weil er Admin ist, anzurennen. In Wahrheit läuft es so: Diskussion > Abstimmung > wenn kein Ergebnis, Diskussion > Abstimmung > fertig. Also mal in Kurzform. Das gleiche gilt für Wahlen: Werbung > Wahl > Ergebnis. Meistens gibt es ein Ergebnis, wenn nicht, alles auf Repeat. Kommt aber eher selten vor.

Was passiert in diesem Prozess? Warum geht so ein Prozess meistens mit einer Entscheidung aus? Das liegt ganz einfach daran, dass jeder, der sich an diesen Prozessen beteiligt, weiß, dass er unterliegen kann, wenn die Masse was anderes will als er. Sagen wir mal ich stimme in meinem Wahlkreis für Partei F. Drei andere Personen stimmen für Partei S. Mein Wahlkreis ist klein, in ihm wohnen nur 4 stimmberechtigte Personen. Also stimmen 75% der Wähler für die Partei S, die ihren Abgeordneten in den Bundestag schickt.

Was passiert mit meiner Stimme? Richtig, sie wird komplett irrelevant. Es ist, als hätte ich mit meiner Stimme nichts bewirkt.

Erfolgswert und Zählwert

Erfolgswert- und Zählwertgleichheit bedeuten, dass eine Stimme zwar genauso gezählt wird wie jede andere, also jede Stimme für die Zählung “eins” zählt, aber nur rechtlich die gleiche Erfolgschance hat, also möglicherweise die Stimme keinen Erfolg am Ende zeigt. Mit diesem Risiko, dass meine Stimme zwar gleich gezählt wird wie jede andere, aber nicht gleich erfolgreich sein könnte, leben wir in unsere Demokratie, auch um die Arbeitsfähigkeit zu sichern.

Was kann man Wikipedia mit auf den Weg geben?

Das ist entscheidend für die Wikipedia. Dort gibt es nämlich diese Tatsache, dass eine Stimme möglicherweise wegen einer korrekten Abstimmung unter den Tisch fällt, nicht. Dort wird einfach so lange diskutiert, bis sich einer der Gesprächspartner zurückzieht, ohne dass es überhaupt zu einer Abstimmung kam.

Vielleicht ist das der ganz wesentliche Punkt: die Einführung einer Möglichkeit abzustimmen. Statt dass auf völlig veraltete Art und Weise auf einer einzigen Seite rumdiskutiert wird, kann zu Thema xyz eine Abstimmung geöffnet werden, nachdem 2 Wochen diskutiert wurde und dort kann jeder dann mitteilen, was er am Besten fände. Artikel drin lassen oder raus schmeißen, Fakt abc aufnehmen oder als irrelevant erklären?

Zugegeben, ich mach’s…

…mir mit dem Finden einer Lösung ganz schön leicht. Aber das sehe ich als grundsätzlichen Unterschied zwischen Wikipedia und der echten Demokratie der BRD. Und ich bin mir sicher, dass bei allen Problemen der Durchführung man mit einer Abstimmungsfunktion nicht nur Probleme der Wikipedia ausräumen könnte, sondern die Wikipedia auch auf eine Art Level web2.01 heben könnte – und vor allem wieder mehr Menschen zum Mitmachen bewegen.

Sonst würde die Wikipedia am Ende noch zu einem redaktionell gepflegten Wissensportal – und das will doch nun wirklich niemand!

Disclaimer: Dieser Artikel enthält möglicherweise Polemik, die dem ein oder anderen sauer aufstößt. Bitte! Wenn ich dich zum Weinen gebracht habe, kannst du deine ganze Trauer per Kommentar rauslassen. Ich schalte definitv frei, wenn ich Lust hab! Und wer vor Wut über Unwissenheit, Ignoranz, Arroganz oder Unwissenheit mal richtig auf die Ka…Tasten hauen will, der macht das am Besten auch auf konstruktive Weise in den Kommentaren!



Von in Blog am 20. Januar 2010 mit den Schlagwörtern: , , , , , mit einem Kommentar »

  1. Felix sagte am 20. Januar 2010 #

    >>auf eine Art Level web2.01<< Das wäre ja eine revolution im Web! da würd ich schon fast Web3.0 vorschlagen! ;- )


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