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Von der Technik von morgen, oder: was unsere Enkel mal selbstverständlich finden.

Soeben bin ich auf basicthinking auf die mögliche Technik von morgen gestoßen. Oder übermorgen. So genau weiß man das noch nicht.

Es geht hier um eine Neuentwicklung der Universität Tokio, die auf Youtube kürzlich Hologramm-Technik der Superlative vorstellte: was noch nicht so besonders stylisch aussah, soll die Desktop Technik von morgen werden.

Wie sieht Usability in 30 Jahren aus?

Da fragt man sich schon, ob man damit mal klar kommt nach jahrezehntelanger Benutzung von Maus und Tastatur. Maus und Tastatur gibt es nach einer Studie von “Mac” (einem Apple-Fanboy, keine Hardware an sich) zwar immer noch, allerdings erfüllen diese nur noch eine eingeschränkte Funktion.

3d_desktop2

Die Frage sich mir jetzt stellt ist: werden unsere Kinder oder Enkelkinder mal genauso ungeduldig uns erklären, was wir unseren Eltern und Großeltern jetzt klarzumachen versuchen? Nämlich, dass e-Mails kein Geld kosten, auch auf Hallig Hooge ankommen, dass Strg+C+V schneller geht als drölfmillionen Rechtsklicks oder dass man prinzipiell keine Angst haben muss irgendwas anzuklicken? Wird Trial and Error bei vollständig anderer Bedienweise auch für uns selbstverständlich sein? (ähnliche Gedanken hegt Bräkling)

Denn die Idee zu löschende Dokumente einfach mit der Hand zu zerknüllen klingt zunächst spektakulär einfach. Allerdings muss man bedenken, dass das nur eine von vielen Aktionen ist, die man irgendwie mit Gestiken durchführen können muss.

Btw: warum ich keine Wii habe…#sinnvolle-headlines

Copy & Paste, zwischen Fenstern umschalten, Texte verfassen – oder Grafik-Bearbeitung. All das soll möglich sein mit wenigen Hand- und Armbewegungen oder einer Maus die durch Handdruck in den Bildausschnitt zoomt? Abgesehen davon, dass ich persönlich wahrscheinlich zu faul wäre für sowas und mich lieber auf Tastatur und Maus verlass (weshalb ich im Übrigen auch keine Wii habe – wenn ich Sport machen will geh ich raus und wedel nicht wie ein Bescheuerter in meinem Zimmer herum), glaube ich nicht, dass unser jahrelang auf Tastatur und Maus konditioniertes – dann seniles, verkalktes – Hirn mit dieser völlig neuen Art der Bedienung klar kommen würde.

Arbeiten per Fingergesten am Holo-Bildschirm

Und so würden wir vielleicht enden, wie die, denen wir jetzt nur mit viel Geduld begegnen können, motiviert nur durch den Fakt, dass man sich freut, wenn sie sich überhaupt mal mit diesen neuen Medien beschäftigen.

Deshalb soll das hier neben der Präsentation der tollen, neuen Technik, ein kleiner Aufruf sein – in Anbetracht der Möglichkeit, dass wir auch mal so enden könnten.

Was haltet ihr von der Technik? Zukunftsweisend? Zu anstrengend? Überflüssig? Teilt mal eure Meinung per Kommentar mit – bin gespannt.

Disclaimer: Bilder stammen von Mac Funamizu, es handelt sich lediglich um eine Design-Studie, die so nicht von Apple oder irgendwem als konkreter Plan angesetzt wurde. Den eigentlichen Entwicklungsstand der Technik sieht man im Video.




Von in Blog am 21. August 2009 mit den Schlagwörtern: , , , mit 5 Kommentaren »

  1. Rudolph, Andrea sagte am 24. August 2009 #

    Natürlich ist diese Technik zukunftsweisend und es wird Zeit, dass sie endlich entwickelt wird. Das Bedienen des PC über Maus und Tastatur ist doch nur ein Hilfsmittel, weil anderes eben noch nicht zur Verfügung steht. Prinzipiell ist es zu begrüssen, dass man nicht Informatik oder PC Baukurse besucht haben muss, um einen PC zu bedienen. Ich will ihn anschalten und dann soll er gefälligst machen, was ich will.
    Prinzipiell bin ich immer für Neues zu haben, finde ich echt spannend.
    Ich denke übrigens nicht, dass die ältere Generation prinzipiell zu blöd ist einen PC zu bedienen. Das ist zu einfach gedacht. Auch viele Jüngere scheitern. Geh mal in eienen PC-Shop. Da kannst du einiges beobachten. Im Gegenteil: die Älteren, die einen PC haben und seine Vorteile zu schätzen wissen, verschaffen sich schon irgendwie das nötige Know-how.
    Wie sieht es denn mit dir selbst aus, wenn du in deinen jungen Jahren schon so konservativ bist, dass du nicht mehr auf Maus und Tastatur verzichten willst? Da musst du aber an dir arbeiten!!!!!!
    Gruß
    Andrea (Generation 50plus)

  2. Philipp M. W. Hoffmann sagte am 24. August 2009 #

    Das sollte genau die Aussage des Artikel sein – schön, dass er in diesem Sinne anregt zu diskutieren. Es handelt sich hierbei meiner Meinung nach nicht um ein Problem von Dummheit oder Intelligenz, Lernwille oder -faulheit, sondern schlicht um ein Problem der Konditionierung im Hinblick auf die Interaktion mit Medien.

    Ich befürchte, dass irgendwann eine Technik kommt, die die jetzige Computer-affine Generation an die Grenze des Begreifbaren stoßen läßt und so erneut für Kontroverse sorgt.

  3. Jürgen Christ sagte am 24. August 2009 #

    Danke für diesen anregenden Artikel. Ich empfinde es immer als neue, spannende Herausforderung, wenn Menschen, die jünger sind als ich, ihre Visionen veröffentlichen. 1992 veröffentlichte ich diesen Artikel in der Leipziger Volkszeitung, ich denke, er wird Sie interessieren ;-)

    http://juergen-christ.de/elektronische-demokratie-visionen-einer-futuristischen-kaufgesellschaft-1992/

    Ein Computer mit vier Tasten …

  4. Monika Meurer sagte am 26. August 2009 #

    Nachdem ich die Maus von rechts auf links geändert habe und mit dem Trackpad am Notebook zurecht kam, habe ich dann das iphone kennen gelernt und wieder andere Bedienungsformen gelernt. Wo ist das Problem? Man gewöhnt sich doch recht schnell dran.

  5. Hannah M. sagte am 28. August 2009 #

    Da will ich mich meiner direkten Vorposterin mal anschließen. Es ist ja nicht so, dass es einen finsteren Schlag tut und “wir” (soll heißen: Die jetzige, Web- oder generell Technik-affine Generation) sind alt und senil und die Technik einen Kilometer weiter. Im Gegenteil, die Entwicklung geht ja (noch ;)) so langsam, dass man sich in Sachen Usability schnell genug anpassen bzw. umgewöhnen kann ohne gleich seitenweise Handbücher durchwälzen zu müssen.

    Den meisten, die “Probleme” unterschiedlichster Art haben, fehlt (meiner Meinung nach auch aufgrund der Panikmache gewisser Medien >> Rechnungen in fünfstelliger Höhe aufgrund nahezu grenzenloser, Pardon, Dummheit in Sachen Online-Shopping, etc.) schlicht und ergreifend der Mut zum learning by doing und eine gewisse Motivation, sich ein minimales Hintergrundwissen zu Hardware, Software und dem Internet im Großen und Ganzen anzueignen. Da sehe ich das eigentliche Problem und weniger in neuen Möglichkeiten auf technischer Ebene. Eine “körpereigene” Steuerung könnte vielleicht einige Hemmungen abbauen, aber wer weiß..


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